RUB in Rain and Lights. #Bochum

Am Wochenende hatte ich Besuch. Hohen, wohlgemerkt. Meine neue Heimat hatte mir versprochen, sich von seiner schönsten Seite zu zeigen. Mitzuspielen. Ganz verstanden hatte sie die Spielregeln dabei wohl aber nicht. Denn für uns Sachsen gehört dazu auch,  dass schönes Wetter ist. Nun sei es drum, Bochum zeigte sich verregnet und wir entschlossen uns, der Ruhr-Uni Bochum einen Besuch abzustatten. Über Bochums Hügeln angekommen, wehte uns heftiger Wind entgegen und eine Unilandschaft, die, nun wie soll ich es sagen, ohne jemanden anzugreifen? Ach lassen wir das… Woanders ist auch scheiße.

Immerhin fanden wir trotz dichten Nebels und starkem Sturm den Ausblick ins Lottental. Hah, sag nochmal einer in Bochum gäbe es keine Berge!

Und dann kam er: Der Lichtblick. Die riesige Leuchtschrift „How Love Could Be“. Sie strahlt erst seit Sommer 2015 am Audimax auf dem RUB-Campus und wurde im Rahmen des Detroit-Projekts vom britischen Künstler Tim Etchells erschaffen. Symbolisch steht sie hier in dieser Stadt wohl für die Leidenschaft fürs Lernen, Lehren, Forschen und die Weiterentwicklung Bochums hin zur Wissens- und Unistadt. So sagten es mir zumindest Einheimische.

Der wunderschön in Rot und Gelb leuchtende Schriftzug ist nur ein kleiner Streif am Horizont. Wir konnten an einem Sonntag jedoch leider keine weiteren entdecken. Außer der Unibibliothek war alles geschlossen. Wir kommen also wieder. Es scheint viele ganz interessante Veranstaltungen auf dem Campus zu geben, die auch Nicht-Studenten zugänglich sind. Sie verdient eine weitere Chance, die RUB in rain. Im Sommer beispielsweise. Dann sollen die Wiesen Richtung Botanischer Garten und Lottental einen Hauch von Idylle bieten und der Campus voller Leben. Wir sind gespannt.


  
  

BOchum: Poetry Slam im Riff 

Mein erstes Mal Poetry Slam in Bochum. Es ist Sonntagabend.  Ich sitze mit rund 200 weiteren Gästen im Riff, nicht weit vom Bermuda3Eck entfernt. Der Rest der Nation sitzt zuhause auf seiner Couch und schaut sich den Dortmund-Tatort an. Hätte ich auch machen können. Im Dortmunder U bei Butterbrot und Bier. Wäre das alternative Abendprogramm gewesen. Da ich aber mächtiger Poetry Slam-Fan bin, habe ich die Chance eines freien Abends genutzt und bin ins Riff. 

Slamer Sebastian23 hat wahnsinnig gewitzt, charmant, pointiert und schonungslos ehrlich durch den Abend geführt und den 8 Slammern den roten Teppich beschert. Ich war schon bei vielen Slams in Leipzig, in Berlin und München und anders als dort, haben hier die eher leichteren Texte gewonnen. Die, die amüsieren. Leider. Denn die schweren Texte, die, die zum Nachdenken anregen sollen und vielleicht bei mir auch haben, sind leer ausgegangen. Aber so ist es nun mal schon immer bei einem Dichterwettstreit gewesen. Gehen muss, wer die Menge nicht überzeugt.

Aller vier Wochen findet ein Slam in Bochum statt und eine Übersicht über Slams in Bochum und in der Nähe, findet Ihr hier: Link. Vielleicht sehen wir uns dort mal. 

Viel Spaß ist jedenfalls garantiert. 

  
   

United Voices in BOchum

Seit ein paar Wochen singe ich hier in Bochum im neu gegründeten Chor ‚United Voices‘ mit. Wir sind, wenn alle da sind, mittlerweile rund 60 Bochumer – hier Geborene, Zugezogene wie ich und Neu-Bochumer, die im Flüchtlingsheim wohnen bzw. mittlerweile ihre eigenen Wohnungen bekommen haben. Leider ist der Teil an Flüchtlingen, die mitsingen, noch sehr klein und vor allem sind es hauptsächlich Männer. Über die Gründe ließe sich an der Stelle sicher spekulieren, aber ich glaube, dass es tatsächlich so ist, dass die Frauen alleine am Abend das Flüchtlingsheim nicht mehr verlassen wollen oder vielleicht auch nicht dürfen. Sehr schade, denn das Miteinander ist so herrlich offen, dass man sich einfach nur wohlfühlen kann. Singen verbindet eben. Sollte noch jemand von Euch Bochumern Lust haben, dann kommt einfach mal schauen. Nächsten Dienstag.

United-Voices.2015